Fallstudie · Drogerie & Gesundheitsberatung · Wattwil SG · 2026 · 2 Min. Lesezeit
Drei Geschäftsbereiche auf einer Seite, ohne dass einer untergeht
Ein Familienbetrieb in der dritten Generation, seit 1940 in Wattwil, mit eigenem Labor, eigener Produktlinie und einem Kosmetikinstitut, das auf der alten Seite zwei Menüebenen tief unter «Standort Drogerie» lag. Diese Fallstudie zeigt, wie ein Betrieb mit mehreren Bereichen unter einem Dach online sortiert wird, ohne die Marke in drei Auftritte zu zerlegen.
- 1'207
- Aufrufe der Seite des Kosmetikinstituts, das vorher im Untermenü lag
- 9 Wochen
- vom Workshop bis zum Livegang
- —
- Aufwand auf Kundenseite über das ganze Projekt
Die Drogerie Abderhalden in Wattwil führt Drogerie, eigene Manufaktur und Kosmetikinstitut unter einem Dach. Auf der alten Website lag das Kosmetikinstitut im Untermenü und die kostenpflichtigen Beratungen waren praktisch nicht zu finden. Die Seite wurde nach den drei Bereichen und nach den Beschwerden gegliedert, mit denen Kundinnen tatsächlich suchen; jede Beratung hat heute einen eigenen Abschnitt mit Ablauf, Dauer und Buchung. Livegang war am 18. Mai 2026, neun Wochen nach dem Workshop.
Ausgangslage
«Sogar die Wattweiler wissen nicht, dass es ein Kosmetikinstitut gibt bei uns.» Der Satz fiel im Strategie-Workshop und beschrieb kein Werbeproblem, sondern ein Strukturproblem: Das Institut lag auf der alten Seite unter «Standort Drogerie», zwei Ebenen tief im Menü, und die Navigation liess sich nicht mehr erweitern, ohne dass die Zeile umbrach. Die kostenpflichtigen Beratungen — Hormonberatung, Vieva-Analyse — waren nur über die Suche zu finden, obwohl sie der einzige Weg sind, Fachwissen direkt zu verrechnen: Eine halbe Stunde Beratung am Gestell endet sonst bei einem Produkt für 26.80 Franken. Und das, was den Betrieb wirklich unterscheidet — eigenes Labor, eigene Produktlinie, Mitarbeiterinnen mit 35 Dienstjahren — stand auf der Seite, wirkte aber nicht.
Vorgehen
Vier Entscheidungen, keine Leistungsliste. Jede beantwortet, warum so und nicht anders.
Gliederung nach Geschäftsbereich, nicht nach Standort
Die Seite folgt heute den drei Geschäftsbereichen — Drogerie, Manufaktur, Kosmetikinstitut — statt einer Standortlogik, die bei einem einzigen Standort nichts sortiert. Jeder Bereich bekam eine eigene Ebene im Hauptmenü, das Kosmetikinstitut damit erstmals eine Adresse, die man weitergeben kann.

Beratungen nach Beschwerdebild, nicht nach Verfahren
Erschöpfung, Hautprobleme, Schmerzen, Verdauung, Wechseljahre. Der Grund ist banal und wurde im Workshop hörbar — wer «Vieva-Analyse» liest, weiss nicht, ob es ihn betrifft. Wer seine Beschwerde liest, klickt. Jede Beratung nennt Ablauf, Dauer und den Weg zur Buchung.

Vertrauen aus dem Bestand
Die Kundenfeedbacks aus den Teamschulungen lagen seit Jahren ungenutzt in der Ablage, die Team-Porträts waren freigestellt und dadurch sichtbar zusammengesetzt. Die Porträts entstanden neu im Laden mit dem Sortiment im Hintergrund, in Berufskleidung — das Personal wollte den Kittel behalten, weil er im Beratungsgespräch Distanz gibt.

Bewusst nicht gebaut
Eine eigene Website für das Kosmetikinstitut, eigene Landingpages je Beschwerdebild und ein neuer Onlineshop. Alle drei standen im Workshop auf dem Tisch. Sie hätten das Budget in die Breite gezogen, bevor die Grundstruktur überhaupt gemessen war.
Ergebnis
Seit dem Livegang am 18. Mai 2026 ist die Seite des Kosmetikinstituts mit 1'207 Aufrufen die viertmeistbesuchte der Website — vorher lag sie zwei Menüebenen tief. Die Kontaktseite kommt auf 1'461 Aufrufe, die Dienstleistungen auf 641, die Manufaktur auf 602, die Gesundheitsberatung auf 326 (GA4, 1. Januar bis 3. September 2026). Über die organische Google-Suche kamen in diesem Zeitraum 2'056 Nutzer.
Wie gemessen wurde
Gemessen in Google Analytics 4, Property «Abderhalden Main». Die Property wurde erst kurz vor dem Livegang eingerichtet; es gibt deshalb keine Vergleichswerte von der alten Seite, die Zahlen sind Absolutwerte seit dem Launch. Ein erkennbarer Teil der ausgewiesenen Nutzer stammt aus Rechenzentren und ist kein regionaler Besuch — die Seitenaufrufe sind als Grössenordnung zu lesen, nicht auf den Nutzer genau.
- 1'207
- Aufrufe der Seite des Kosmetikinstituts, das vorher im Untermenü lag
- 9 Wochen
- vom Workshop bis zum Livegang
- —
- Aufwand auf Kundenseite über das ganze Projekt
Häufige Fragen aus der Branche
Warum hat das Kosmetikinstitut keine eigene Website bekommen?
Weil der Bekanntheitsgewinn aus der Drogerie kommt, nicht aus einer zweiten Marke. Das Institut sitzt im gleichen Haus, teilt Team, Sortiment und Beratung — ein getrennter Auftritt hätte diese Verbindung zerschnitten und die Pflege verdoppelt. Es hat stattdessen eine eigene Ebene im Hauptmenü und eine eigene Seite mit Behandlungen, Preisen, Dauer und Online-Buchung.
Was gehört auf die Seite einer kostenpflichtigen Beratung?
Die Beschwerden, für die sie gemacht ist, der Ablauf, die Dauer und der Weg zur Buchung — in dieser Reihenfolge. Der Name des Verfahrens oder des Geräts trägt nichts: «Vieva-Analyse» sagt einem Suchenden nichts, «Erschöpfung, Hautprobleme, Verdauung» schon. Auf dieser Seite steht deshalb zuerst das Beschwerdebild und erst danach die Methode.
Bleibt der Onlineshop bestehen?
Ja. Der Shop läuft weiter auf einer eigenen Domain und war nicht Teil dieses Projekts. Die Website verlinkt darauf, führt aber Besucher aus der Region bewusst zuerst in den Laden und zu den Beratungsterminen — dort ist der Warenkorb grösser und die Beratung möglich.
Warum liegt das Magazin nicht auf der neuen Website?
Weil es zusammen mit dem Shop auf der Shop-Domain gewachsen ist und dort seine Suchhistorie hat. Ein Umzug hätte diese Historie riskiert, ohne dass klar wäre, was er bringt. Die Entscheidung, ob Magazin und Website später zusammenziehen, steht noch aus und hängt an der Shop-Erneuerung.
Wie kommen neue Anlässe auf die Seite?
Events und Fachvorträge liegen als CMS-Einträge und bekommen automatisch je eine eigene Unterseite mit eigener Adresse. Ein neuer Anlass ist damit ein Formular, kein Auftrag an eine Agentur — und er ist einzeln verlinkbar, etwa aus dem Newsletter an die regionalen Adressen.
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